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Coronavirus – Eine neue Herausforderung für die Gesellschaft

Die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen sind einschneidend. Sie wirken sich auf alle Lebensbereiche aus, führen zu Unsicherheiten und offenen Fragen

Für Unternehmen bringen die Massnahmen vor allem rechtliche und wirtschaftliche Fragen, aber auch Fragen zur betrieblichen Gesundheit resp. zum Schutz der Mitarbeitenden mit sich. Diese Seite soll Ihnen einen Überblick über die aktuellen Informationen des Bundes und die Entscheide des Bundesrats geben. Wir geben unser Bestes, damit die Seite ständig aktuell ist. Dies ist aufgrund der derzeitigen Situation leider nicht immer möglich. Wir zählen deshalb auf Ihr Verständnis und Ihre Kulanz, auch gegenüber Ihren Mitarbeitenden.

Unter ch.ch finden Sie einen Überblick über alle Informationen seitens der Bundesbehörden.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bietet Ihnen eine Übersicht und informiert Sie laufend über Massnahmen und Verhaltensregeln. Da sich auch diese ändern können, empfehlen wir Ihnen, die Seite regelmässig zu besuchen.

Die SUVA hat eine Hotline (041 419 60 00, MO-FR 8.00-17.00 Uhr) für Fragen zum Schutz der Arbeitnehmenden auf Baustellen eingerichtet. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite der SUVA.

Die Seite des Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) enthält Informationen über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus.

Auf der Webseite des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) finden Sie Informationen rund um das Massnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen.

Rechtliche Fragen

Fürsorgepflicht und Lohnfortzahlung

Als Arbeitgeber haben Sie gegenüber Ihren Mitarbeitenden eine Fürsorgepflicht. Das heisst, dass Sie zum Schutz der Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden zumutbare Massnahmen treffen müssen. Dazu gehören auch die Empfehlungen (vgl. Webseite des BAG und der Kampagne) des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zur Selbstisolation und Selbstquarantäne.

Lohnfortzahlungspflicht bestehen in folgenden Fällen:

  • Schulschliessungen:
    Wenn Ihre Mitarbeitenden aufgrund der vom Bundesrat beschlossenen Schulschliessungen Kinder betreuen müssen, dann ist der Lohn während eines beschränkten Zeitraums weiter zu entrichten. Ihre Mitarbeitenden haben sich allerdings darum zu bemühen, die Absenzen bei geeigneter Organisation zu verringern (vgl. Punkt 7 FAQ des SECO).

    Diskutiert wird derzeit der Begriff „beschränkter Zeitraum“. So ist z.B. noch offen, ob der Bund via Erwerbsersatzordnung Entschädigungen entrichten wird.
     
  • Behördliche Betriebsschliessung:
    Wenn Ihr Betrieb von den kantonalen Behörden geschlossen oder unter Quarantäne gestellt wird, dann schulden Sie Ihren Mitarbeitenden auch weiterhin den Lohn (Begründung: Betrieb hat ein gewisses Betriebs- und Wirtschaftsrisiko zu tragen). Ihre Mitarbeitenden sind aufgrund der Treuepflicht aber dazu verpflichtet, die „verpassten“ Arbeitszeiten nachzuholen (vgl. Punkt 19 FAQ des SECO).
     
  • „Freiwilliger“ Betriebsschliessung:
    Sollten Sie Ihren Betrieb aus einem Anlass teilweise oder gänzlich schliessen, dann besteht eine Lohnfortzahlungspflicht. Die Mitarbeitenden haben keine Nachleistungspflicht der Arbeitszeit (vgl. Punkt 27 FAQ des SECO).
     
  • Weitere Fällen, in den der Arbeitgeber den Lohn schuldet, sind:
    - Die oder der Mitarbeitende erkrankt in den Ferien und ist deshalb nicht reisefähig.
    - Die oder der Mitarbeitende erkrankt in den Ferien am Coronavirus und ist deshalb nicht reisefähig.
    - Der Betrieb muss aufgrund Lieferengpässen des Zulieferers eingestellt werden.
    - Die oder der Mitarbeitende betreut ein am Coronavirus erkranktes Kind zu Hause.
    - Sie schicken ihre Mitarbeitenden vorsichtshalber nach Hause oder schliessen den Betrieb.
    - Sie verweigern Schutzmassnahmen und die Anwendung von Hygienevorschriften.

Keine Lohnfortzahlungspflicht besteht demgegenüber in folgenden Situationen:

  • Einschränkung des öffentlichen Verkehrs (resp. Vermeidung des öffentlichen Verkehrs):
    Der Bundesrat rät dazu, auf die Nutzung des öffentlichen Verkehrs zu verzichten. Unternehmen werden deshalb dazu angehalten, Homeoffice zu ermöglichen. Ist das betrieblich möglich (z.B. im Bereich Administration, Planung, etc.), dann schulden Sie Ihren Mitarbeitenden den Lohn. Es besteht allerdings keine Lohnfortzahlungspflicht, wenn Ihre Mitarbeitenden aufgrund allfälliger Einschränkungen nicht zur Arbeit erscheinen können (vgl. Punkt 6 FAQ des SECO).
     
  • Grenzschliessung und unter Quarantäne gestellte Wohnorte:
    Aufgrund der gesetzlichen Gegebenheiten besteht grundsätzlich keine Lohnfortzahlungspflicht, wenn Ihre Mitarbeitenden aufgrund von Grenzschliessungen oder unter Quarantäne stellen der Wohnorte nicht zur Arbeit erscheinen können. Ihr Fernbleiben entspricht einem entschuldigen Fernbleiben. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Frage in den kommenden Wochen nochmals diskutiert wird.
     
  • Ebenfalls kein Lohn geschuldet wird, wenn
    - die oder der Mitarbeitende kann nicht aus den Ferien zurückkehren, weil die am Ferienort zuständige Behörde die Ausreise nicht erlaubt bzw. die Grenze schliesst (höhere Gewalt).
    - die oder der Mitarbeitende ist eine ängstliche Person und verweigert die Arbeit aus Vorsicht, weil er bzw. sie angesteckt werden könnte (Arbeitsverweigerung).
    - die oder der Mitarbeitende schickt aus Angst sein Kind nicht in die Krippe, sondern betreut es zu Hause und muss deshalb der Arbeit fernbleiben.

Weitere Antworten auf Ihre Fragen finden Sie im Dokument „FAQ: Pandemie und Betriebe“ des SECO.

Wirtschaftliche Fragen

Hilfspaket

Der Bund stellt insgesamt rund 42 Milliarden Franken zur Verfügung, um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus abzufedern.

Dazu gehören unter anderem die folgenden:

  • Liquiditätshilfen für Unternehmen
    KMU sollen raschen Zugang zu Krediten für die Überbrückung von Corona-bedingten Liquiditätsenpassen erhalten. Betroffene Unternehmen können Überbrückungskredite im Umfang von höchstens 10% ihres Jahresumsatzes bis max. 20 Millionen Franken von ihren jeweiligen Banken beantragen. Unternehmen müssen gewisse Minimalkriterien erfüllen (z.B. muss das Unternehmen erklären, dass es aufgrund der Corona-Pandemie wesentliche Umsatzeinbussen erleidet). Bis zu 500'000 Franken werden Kredite unbürokratisch innert kurzer Frist ausbezahlt und zu 100% vom Bund abgesichert. Der Zinssatz ist auf null Prozent festgelegt. Der Kreditantrag ist auf der Webseite covid19.easygov.swiss verfügbar. Für Überbrückungskredite, die den Betrag von 500'000 Franken übersteigen, gelten andere Regeln. Zudem ermöglicht der Bundesrat der Postfinance (im Sinne einer zeitlich begrenzten Massnahme), ihren bestehenden Firmenkunden unbürokratischen Zugang zu Krediten bis 500'000 Franken zur Verfügung zustellen. Informationen dazu finden Sie in der Medienmitteilung des Bundesrats.
  • Ausweitung und Vereinfachung der Kurzarbeit
    Die Ansprüche auf Kurzarbeitsentschädigung werden ausgeweitet. So kann sie nun z.B. auch für Angestellte in einem befristeten Arbeitsverhältnis, für Temporär beschäftigte Personen und für Lernende ausgerichtet werden. Zudem wird das Verfahren vereinfacht. Detaillierte Informationen sind auf der Webseite arbeit.swiss zu finden.
  • Entschädigung bei Erwerbsausfällen für Angestellte
    Auf eine Entschädigung haben Eltern, die ihre Erwerbsarbeit aufgrund der Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder zu betreuen. Ein Anspruch ergibt sich auch aufgrund einer von einem Arzt verordneten Quarantäne. Die Entschädigung wird in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung geregelt. Sie entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens CHF 196.- pro Tag.
  • Bürgschaften für KMU
    KMU mit finanziellen Engpassen stehen ab sofort bis zu 580 Millionen Franken an verbürgten Bankkrediten zur Verfügung.

Berufliche Vorsorge

Der Bundesrat hat beschlossen, dass die Arbeitgeber für die Bezahlung der Arbeitnehmerbeiträge an die berufliche Vorsorge vorübergehend die von ihnen geäufneten Arbeitgeberbeitragsreserven verwenden dürfen. Diese Massnahme soll es den Arbeitgebern erleichtern, Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Für die Arbeitnehmenden hat die Massnahme keine Auswirkungen: Der Arbeitgeber zieht ihnen wie unter normalen Umständen ihren Beitragsteil vom Lohn ab und die gesamten Beiträge werden ihnen von der Vorsorgeeinrichtung gutgeschrieben.

Kurzarbeitsentschädigung

Die Kurzarbeit ist eine zentrales Instrument für die Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Sie ist Teil des oben erwähnten Massnahmenpakets. Zu den neuen Massnahmen gehören die folgenden:

  • Kurzarbeitsentschädigung für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit
  • Kurzarbeitsentschädigung für Personen in einem Lehrverhältnis
  • Kurzarbeitsentschädigung für arbeitgeberähnliche Angestellte (Bsp. GmbH-Gesellschafter)
  • Aufhebung der Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen
  • Arbeitnehmer müssen nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können. 
  • Dringliche Vereinfachungen bei der Abwicklung der Gesuche sowie der Zahlungen von Kurzarbeit 

Entschädigung für Erwerbsausfall

Der Bundesrat hat am 20.03.2020 Massnahmen getroffen, um die wirtschaftlichen Folgen der weiteren Verbreitung des Coronavirus für die betroffenen Unternehmen und Arbeitnehmenden abzufedern. Das Bundesamt für Sozialversicherungen und die AHV-Ausgleichskassen sind daran, das Verfahren für Anmeldung, Abklärung und Auszahlung zu organisieren.

Informationen zur Entschädigung, Berechtigung und Anmeldung finden Sie auf der Webseite des BSV.

Rechtsstillstand im Betreibungswesen

Aufgrund der ausserordentlichen Situation hat der Bundesrat von seiner Kompetenz Gebrauch gemacht und den Rechtsstillstand angeordnet. Während dieses Rechtsstillstands dürfen Schuldnerinnen und Schuldnern keine Betreibungsurkunden zugestellt werden.

Mit dieser Massnahme soll eine schweizweit einheitliche Umsetzung des Betreibungsrechts gewährleistet werden. Der Rechtsstillstand gilt vom 19. März 2020 um 7 Uhr bis am 4. April Mitternacht. Direkt im Anschluss beginnen die gesetzlichen Betreibungsferien. Diese haben die gleichen Wirkungen und dauern bis am 19. April 2020.

Suva: Verlängerung der Zahlungsfristen

Aufgrund der hohen wirtschaftlichen und personellen Belastung der versicherten Betriebe durch die Corona-Epidemie verzichtet die Suva mit sofortiger Wirkung auf das Erheben von Verzugszinsen für verspätete Zahlungen. Zudem werden keine Mahnungen verschickt oder Betreibungen eingeleitet.

Diese Massnahmen sind vorerst bis am 30. Juni 2020 befristet und werden je nach Entwicklung der derzeitigen Ausnahmesituation verlängert. Auch nach Ablauf der Sistierung wird die Suva ihren Versicherten im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben realistische, angepasste Zahlungsmöglichkeiten anbieten.

Zahlungserleichterungen im Bereich der Abgaben

Aufgrund der «ausserordentlichen Lage» hat der Bundesrat am 20. März 2020 auch im Bereich der Abgaben Massnahmen ergriffen und den befristeten Verzicht auf Verzugszinsen beschlossen.

Gestützt darauf ist auf verspäteten Zahlungen der Mehrwertsteuer, der besonderen Verbrauchssteuern, Lenkungsabgaben und Zollabgaben für die Zeit vom 20. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020 kein Verzugszins geschuldet. Die Bereiche Verrechnungssteuer und Stempelabgaben sind von diesem Verzicht auf Verzugszinsen ausgenommen. Damit ist im Bereich dieser Steuern der gesetzliche Verzugszins auf zu spät entrichteten Steuerforderungen geschuldet. Für die direkte Bundessteuer gilt der Verzicht auf Verzugszinsen für die Zeit vom 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020.

Darüber hinaus gelten die gesetzlichen Bestimmungen unverändert. Insbesondere sind die Fristen für die Steuererhebung einzuhalten. Die Steuergesetze sehen jedoch Zahlungserleichterungen vor. Ist die Zahlung innert Frist mit einer erheblichen Härte verbunden, kann die Steuerbehörde auf Gesuch hin Stundungen oder Ratenzahlungen bewilligen.

Wurde aufgrund erheblicher Gründe eine Frist für eine Eingabe verpasst, kann die Frist auf Gesuch hin wiederhergestellt werden.

Die ESTV wird – um Härtefälle zu vermeiden – diese Bestimmungen grosszügig auslegen. Angesichts der unklaren Dauer der derzeitigen «ausserordentlichen Lage» kann die ESTV ihre Arbeiten jedoch nicht sistieren. Vielmehr wird sie weiterhin Verfügungen oder Entscheide eröffnen, welche gesetzliche Fristen auslösen. Auch Zahlungsaufforderungen, Mahnungen und Zinsrechnungen (unter Berücksichtigung der geltenden Zinssätze) werden von der ESTV weiterhin verschickt.

Die ESTV wird alle Vorkehrungen treffen, um auch in der jetzigen Situation die Steuerverfahren möglichst problemlos abwickeln zu können. Anfragen können weiterhin gestellt werden, auch per Email.

Fristverlängerung bei Zahlungsrückstand bei Mietzinsen für Wohn- und Geschäftsräumen

Unter den gegenwärtigen Umständen ist das Risiko eines Zahlungsrückstands bei Mietzinsen für Wohn- und Geschäftsräume und infolgedessen dasjenige der Androhung sowie des Aussprechens einer Kündigung stark erhöht. Um den Druck zu reduzieren, verlängert der Bundesrat die Frist von Artikel 257d Absatz 1 OR bei Wohn- und Geschäftsmieten von 30 auf 90 Tage, sofern die Mieterinnen und Mieter aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus mit der Bezahlung der Mietzinse in Rückstand geraten. Die Fristverlängerung gilt für Mieten und Nebenkosten, die zwischen dem 13. März und dem 31. Mai 2020 fällig werden. Parallel dazu verlängert er die Frist zur Zahlung fälliger Pachtzinse gemäss Artikel 282 Absatz 1 OR für Pächterinnen und Pächter von 60 auf 120 Tage unter den gleichen Bedingungen. Weitere Informationen finden Sie in der Medienmitteilung des Bundesrats.

Fragen zum betrieblichen Gesundheitsschutz

“So schützen wir uns“

Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeitenden die Empfehlungen der BAG-Kampagne „So schützen wir uns“ umsetzen. Die einfachen Verhaltens- und Hygieneregeln helfen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu gehören:

  • Gründlich Hände waschen.
  • Händeschütteln vermeiden.
  • In Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen.
  • Abstand halten.
  • Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben.
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in eine Arztpraxis oder in den Notfall.

Zusätzlich zu diesen Hygiene- und Verhaltensregeln empfehlen wir Ihnen, Werkzeuge, Türklinken, Handläufe bei Treppen und Fahrzeuge regelmässig zu desinfizieren. Verzichten Sie auch auf nicht verpackte und nicht waschbare Lebensmittel in Gemeinschaftsräumen (z.B. Guetzli, Nüsse, etc.). Verbringen Sie gemeinsame Kaffee- und Mittagspausen, aber nur mit genügend Abstand. Achten Sie auch bei Sitzungen und der Wahl von Sitzungszimmer darauf, dass der Abstand eingehalten werden kann.

Weitere Empfehlungen finden Sie in dem von uns erstellten Merkblatt zur Umsetzung der Verhaltens- und Hygieneregeln in Ihrem Betrieb.

Halten Sie sich an die Empfehlungen und achten Sie darauf, dass das auch Ihre Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen und die Lernenden tun.

Besonders gefährdete Personen

Als Arbeitgeber müssen Sie besonders gefährdete Personen schützen (vgl. Empfehlungen für die Arbeitswelt des BAG). Dazu gehören Personen ab 65 Jahren und Personen mit einer bestehenden Vorerkrankung wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen und Krebs.

Gemäss Art. 10 c der COVID-19-Verordnung 2 (Stand 21.03.2020) ermöglichen Arbeitgeber ihren besonders gefährdeten Arbeitnehmenden, ihre Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Wenn dies nicht möglich ist, können diese Personen ihre Arbeit auch am üblichen Arbeitsort erbringen. Die Arbeitgeber sind in diesen Fällen dazu verpflichtet, die Einhaltung der Empfehlungen des Bundes betreffend Hygiene und sozialer Distanz mit geeigneten organisatorischen und technischen Massnahmen sicherzustellen. Wenn dies nicht möglich ist, dann ist der Arbeitnehmer zu beurlauben.

Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, besonders gefährdete Personen bei Einhaltung aller Regeln für die übliche Arbeit einzusetzen, empfehlen wir Ihnen, diese zu beurlauben. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber erfüllen Sie damit Ihre Fürsorgepflicht und helfen dieser Personengruppe, die Empfehlung des Bundes („zu Hause bleiben“) konsequent umzusetzen.

Anweisungen des BAG zu Selbst-Isolation und Selbst-Quarantäne

Durch den starken Anstieg der COVID-19 Fälle in der Schweiz ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eine Person mit einer Atemwegserkrankung sich mit dem neuen Coronavirus angesteckt hat.

Bei Symptome einer akuten Atemwegsinfektion, welche durch das neue Coronavirus (SARSCoV-2) verursacht sein kann oder bei einer labordiagnostisch bestätigten Erkrankung muss keine Hospitalisierung erfolgen, da der Allgemeinzustand gut ist. Hingegen muss für mindestens 10 Tagen eine Isolation zuhause stattfinden, um andere Personen nicht anzustecken.

Im gleichen Haushalt lebende Personen oder Intimkontakte müssen sich zu Hause in Quarantäne begeben (Selbst-Quarantäne). Diese dauert ebenfalls mind. 10 Tage ab dem Zeitpunkt der Isolation der erkrankten Person. Durch die Selbst-Quarantäne wird die Übertragung des Virus auf Personen im gleichen Haushalt und in der Bevölkerung vermieden.

SECO-Merkblatt zu COVID-19 - Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Das SECO hat gemeinsam mit dem BAG ein neues Merkblatt erarbeitet, das die Arbeitgeber informieren soll, wie sie ihre Verantwortung wahrnehmen und den Gesundheitsschutz im Kontext der aktuellen Epidemie sicherstellen können.

Gemäss Artikel 6 Arbeitsgesetz (ArG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, jede Gesundheitsbeeinträchtigung seiner Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu vermeiden. Er hat deshalb alle Massnahmen zu treffen, die den Verhältnissen des Betriebes angemessen sind, d.h. die für seinen Betrieb angesichts der technischen und wirtschaftlichen Verhältnisse zumutbar sind. Aufgrund der grassierenden Corona-Pandemie hat er zusätzlich dafür zu sorgen, dass die durch den Bundesrat und das Bundesamt für Gesundheit auferlegten Vorgaben während der Arbeit eingehalten und umge-setzt werden. Das neue Dokument betrifft Arbeitssituationen, in denen die Mitarbeitenden relativ wenig mit infizierten Personen in Berührung kommen. In anderen Arbeitssituationen, wie z.B. im Gesund-heitssektor, können strengere und aufwändigere Massnahmen erforderlich sein.

Generelle Empfehlungen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt Arbeitgebern im Weiteren

  • beim Arztzeugnis kulant zu sein und es frühestens ab dem fünften Tag einzufordern.
  • die Mitarbeitenden über persönliche und arbeitsplatzbezogene Schutzmassnahmen zu informieren. Die Schutzmassnahmen müssen zudem der Verordnung und den Empfehlungen angepasst.
  • den Mitarbeitenden zu ermöglichen, nicht mehr zu Stosszeiten im ÖV zu reisen.
  • die Arbeitszeiten der Angestellten so flexibel wie möglich zu gestalten und wenn immer möglich Home Office zu ermöglichen.
  • die Betriebskontinuitätsmanagement (Business Continuity Management, BCM) zu aktivieren. Als Grundlage stehen das Handbuch für die betriebliche Vorbereitung (Pandemieplan) und die FAQ des SECO zur Verfügung.

Fragen zur Arbeit auf dem Bau und im Betrieb

Arbeit auf Baustellen

Der Bundesrat hat sich bis anhin gegen eine generelle Schliessung von Baustellen und Industriebtrieben ausgesprochen. Gemäss Art. 7d der COVID-19-Verordnung 2 sind die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit aber zwingend einzuhalten. Namentlich die Anzahl Personen auf den Baustellen oder in Betrieben ist zu limitieren, die Organisation anzupassen und Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen zu verhindern. Für die Umsetzung dieser Vorgaben hat das SECO eine Checkliste veröffentlicht.

Die SUVA hat eine Hotline (041 419 60 00, MO-FR 8.00-17.00 Uhr) für Fragen zum Schutz der Arbeitnehmenden auf Baustellen eingerichtet. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite der SUVA.

Arbeiten im Service und Betrieb

Solange der Kanton nichts anderes anordnet, dürfen Sie Ihrer Arbeit wie gewohnt nachgehen. Den Laden müssen Sie allerdings schliessen.

Auch Reparaturen bei Privatpersonen können ausgeführt werden. Wir empfehlen in diesen Fällen eine telefonische Kontaktaufnahme mit der Kundschaft. Klären Sie ab, ob Ihr Kunde die Reparatur wirklich benötigt oder ob sie verschoben werden kann. Klären Sie im Weiteren ab, ob Ihr Kunde zur Risikogruppe gehört. Wenn dies der Fall ist, gilt besondere Vorsicht. Achten Sie darauf, dass der Abstand jederzeit eingehalten wird (der Kunde soll z.B. in einem anderen Raum warten). Zu unterschreibende Rapporte sollen dem Kunden erst nach Desinfizierung der Hände oder nach dem Händewaschen übergeben werden und der Kunde soll mit einem eigenen Kugelschreiber unterschreiben.

Weitere Informationen dazu finden Sie auch unter „Fragen zum betrieblichen Gesundheitschutz“.

Zusätzliche kantonale Massnahmen in Ausnahmefällen möglich

Der Bundesrat kann künftig einzelnen Kantonen erlauben, die Tätigkeit ganzer Wirtschaftsbranchen einzuschränken oder einzustellen, wenn eine besondere Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung besteht. Betriebe, die glaubhaft die Massnahmen zum Abstandhalten und zur Hygiene erfüllen, können ihren Betrieb allerdings weiterführen. Voraussetzung für ein Gesuch ist, dass im Kanton die Kapazitäten in der Gesundheitsversorgung auch nach Unterstützung durch andere Kantone nicht mehr ausreichen. Voraussetzung ist auch, dass die betroffenen Wirtschaftsbranchen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage sind, die Präventionsmassnahmen einzuhalten und nicht mehr voll funktionsfähig sind, weil Grenzgänger ausbleiben. Ausserdem müssen die Sozialpartner dem Entscheid zustimmen und die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs sowie der Gesundheitseinrichtungen muss sichergestellt sein. Gehen die von einem Kanton getroffenen Massnahmen über die Ermächtigung des Bundesrates hinaus, so entfällt die Kurzarbeitszeitentschädigung des Bundes. Hintergrund dieser Regelung ist ein Entscheid des Kantons Tessin, Betriebe und Baustellen für eine befristete Dauer zu schliessen. Weitere Informationen finden Sie in der Medienmitteilung des Bundesrats.

FAQ ESTI

Das ESTI hat FAQ zu Fragen im Zusammenhang mit dem Coronavirus aufgeschaltet. Diese werden laufend ergänzt und aktualisiert. Da sich die Lage regelmässig ändern kann und das ESTI agil bleiben muss, sind Korrekturen unumgänglich. Deswegen sollen die FAQ regelmässig besucht werden. Sie finden die FAQ direkt auf der Webseite des ESTI.

Fragen zum QV

QV 2020

Die Arbeiten für ein national abgestimmtes und auf die gegebenen Umstände angepasstes Qualifikations-Verfahren laufen auf Hochtouren.

Das Corona Virus wirkt sich auch auf die Qualifikationsverfahren der beruflichen Grundbildung aus. Die Berufslernenden sollen trotz der Corona-Virus wie in den Vorjahren ihren Lehrabschluss mit einem eidg. Fähigkeitszeugnis abschliessen können. Die Verbundpartner der Berufsbildung haben sich am 19. März 2020 auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.

Wir erwarten das definitive Resultat über das national abgestimmte Vorgehen bis am 3. April 2020. Dies hat zur Folge, dass wir mit der Veröffentlichung der Empfehlung auf der Homepage und dem Versand an die Chef- Experten warten werden, bis das national abgestimmte Vorgehen definiert ist.