Mit der Berufsprüfung zum eidgenössischem Fachausweis

Seit dem 24. August 2017 ist die Prüfungsordnung 2017 (PO2017) in Kraft. Die PO2017 löst das bisherige Reglement 2003 (R2003) ab. Bis Ende 2021 werden noch Abschlussprüfungen nach R2003 angeboten. Repetentinnen und Repetenten erhalten bis 2023 die Gelegenheit für eine erste resp. zweite Wiederholung. Zurzeit laufen die letzten Kurse nach R2003 an und die Partnerschulen stellen auf das neue Konzept nach PO2017 um.

Für Personen, die ihre Weiterbildung gemäss PO2017 beginnen, umfasst das Berufsbildungskonzept folgende drei Berufsprüfungen:

  • Elektroprojektleiter/innen Installation und Sicherheit (BPEL) arbeiten in der Regel in Elektro-Installationsbetrieben, Planungsbüros, Kontrollunternehmungen, in Elektrizitätsversorgungsunternehmen oder in der Industrie. Sie sind im Sinne der NIV kontrollberechtigt.
  • Elektroprojektleiter/innen Planung (BPPL) arbeiten in der Regel in Elektroplanungsbüros, aber auch in Elektrizitätsversorgungsunternehmen oder in der Industrie.
  • Projektleiter/innen Gebäudeautomation (BPGA) arbeiten in der Regel bei Systemintegratoren, Versorgungsbetrieben, Gebäudebetreibern, im Facility Management, in Planungsbüros oder in der Industrie.

Die Berufsprüfungen Elektro-Sicherheitsberater/in, Elektro-Projektleiter/in sowie Elektroprojektleiter/in Installation und Sicherheit können nach zwei Jahren einschlägiger Berufserfahrung unter fachkundiger Leitung und die Berufsprüfung Telematik-Projektleiter/in, Elektroprojektleiter /in Planung sowie Projektleiter/in Gebäudeautomation nach zwei Jahren einschlägiger Berufserfahrung absolviert werden.

Gemäss PO 2017 ist es möglich, gewisse Module oder Prüfungsteile anzuerkennen. Details dazu sind im Dokument „Anerkennung PO2017" und im Dokument „Prüfungsinformationen PO2017“ zu finden. Für Personen, die mit ihrer Weiterbildung nach R2003 begonnen haben, ist das Reglement über die Durchführung der Berufs- und höheren Fachprüfungen im Elektro- und Telematik-Installationsgewerbe vom 25. Juni 2003 gültig. Das dort verankerte Berufsbildungskonzept umfasst die folgenden drei Berufsprüfungen:

  • Elektro-Sicherheitsberater/innen (BS) besitzen die Fähigkeiten und die Kenntnisse, um Installationen gemäss NIV zu kontrollieren (Kontrollberechtigung) und sicherheitstechnische Beratungen durchzuführen.
  • Elektro-Projektleiter/innen (BE) besitzen die Fähigkeiten und die Kenntnisse, um Elektroprojekte gemäss den einschlägigen Normen, Vorschriften und SIA-Ordnungen selbstständig zu planen, Installationen gemäss NIV zu kontrollieren (Kontrollberechtigung) und sicherheitstechnische Beratungen durchzuführen. Der Titel Elektro-Projektleiter/in kann auch in Etappen, via den/die Elektro-Sicherheitsberater/in, erlangt werden.
  • Telematik-Projektleiter/innen (BT) besitzen die Fähigkeiten und Kenntnisse, Telematikanlagen und Netzwerke zu planen, zu erstellen und in Betrieb zu nehmen.

Gemäss R2003 ist es möglich, der Inhaberin oder dem Inhaber eines eidg. Fachausweises oder Diploms bereits abgelegte gleichwertige Prüfungsfächer bei weiteren Prüfungen zu erlassen. Details dazu sind im Dokument „Anerkennung R2003" und im Dokument „Prüfungsinformationen R2003“ zu finden.

NIN 2020

Integration der NIN 2020 in die Berufsprüfungen, Höheren Fachprüfungen und Praxisprüfung
 
Im Herbst 2019 erscheint die NIN 2020 in allen drei Landessprachen. In Absprache mit der IG Weiterbildung Elektro hat die Kommission für Qualitätssicherung QSK beschlossen.

  • Ab dem 1. November 2020 werden alle Kandidatinnen und Kandidaten der Berufsprüfungen, der Höheren Fachprüfungen und der Praxisprüfung deutsch, französisch und italienisch nach der NIN 2020 geprüft.
  • Diese Regelung gilt auch für die Repetenten.

Gebühren

Für Prüfungen nach Prüfungsordnung 2017 gelten die folgenden Prüfungsgebühren (in CHF exkl. MwSt.).

  • BPEL Elektroprojektleiter/in Installation und Sicherheit
    1240.-
  • BPEL Elektroprojektleiter/in Installation und Sicherheit mit BS
    810.-
  • BPPL Elektroprojektleiter/in Planung
    1230.-
  • BPPL Elektroprojektleiter/in Planung mit BS
    1020.-
  • BPEL Elektroprojektleiter/in Installation und Sicherheit mit BPPL
    810.-
  • BPPL Elektroprojektleiter/in Planung mit BPEL
    820.-
  • BPGA Projektleiter/in Gebäudeautomation
    1120.-

In allen Prüfungsgebühren ist das Materialgeld inbegriffen. Bei Vorliegen eines entschuldbaren Grundes wie a) Mutterschaft, b) Krankheit und Unfall, c) Todesfall im engeren Umfeld, d) unvorhergesehener Militär, Zivilschutz- oder Zivildienst erhalten Prüfungskandidatinnen und -kandidaten CHF 150.- (exkl. MwSt.) zurückerstattet.

Für Prüfungen nach Reglement 2003 gelten die folgenden Prüfungsgebühren (in CHF exkl. MwSt.).

  • BS Elektro-Sicherheitsberater/in
    1050.-
  • BE Elektro-Projektleiter/in
    1150.-
  • BE Elektro-Projektleiter/in BE mit CP/BS
    850.-
  • BT Telematik-Projektleiter/in
    950.-

In den Prüfungsgebühren sind die Materialkosten inbegriffen. Bei Vorliegen eines entschuldbaren Grundes wie a) Militär- und Zivilschutzdient, b) Krankheit, Unfall oder Mutterschaft sowie c) Todesfall in der Familie erhalten Prüfungskandidatinnen und -kandidaten CHF 120.- (exkl. MwSt.) zurückerstattet.

Termine

Die Anmeldung erfolgt online. Die erforderlichen Beilagen sind dort ersichtlich. Fehlerhafte oder unvollständige Anmeldungen werden nicht berücksichtigt. Weitere Einzelheiten sind den geltenden Reglementen, Prüfungsordnungen und Wegleitungen zu entnehmen.

Lerngruppen müssen eine Gruppenchefin oder einen Gruppenchef bestimmen und bei der Online-Anmeldung angeben.

Bei der Anmeldung sind die Stichtage (Anmeldeschluss) für die jeweiligen Prüfungsperioden zu beachten. Sie gelten für alle Prüfungstypen. Die Stichtage sind:

  • 1. März für Prüfungen von Juni bis ca. Oktober
  • 1. Juli für Prüfungen von Oktober bis ca. Februar  
  • 1. November für Prüfungen von Februar bis ca. Juni  

Schulen

EIT.swiss führt die Prüfungen durch und legt den Inhalt der Ausbildung fest. Die Ausbildung selbst wird von unabhängigen Schulen gemäss VSEI-Richtlinien durchgeführt.

Hilfsmittel

Hilfsmittel gemäss PO2017

Es werden alle Hilfsmittel an den Prüfungen nach Prüfungsordnung 2017 (PO2017) zugelassen. Dies gilt für die mündlichen sowie schriftlichen Teile (inkl. Arbeitsvorbereitung) an der Abschlussprüfung. Die Aufgabenstellungen werden so ausgerichtet, dass ein Nachschlagen z.B. im Internet oder den Normen nicht nötig ist, um die gestellte Aufgabe zu beantworten.

Zur Verfügung stehende Messgeräte für PO2017 und R2003 :

Für die Messungen bzw. Überprüfung der Schutzmassnahmen dürfen die Kandidaten an der Prüfung ihre eigenen, aktuellen, kalibrierten Messgeräte einsetzen.

Hilfsmittel gemäss R2003:

Die zugelassenen Hilfsmittel werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Prüfungskandidatinnen und -kandidaten wird deshalb empfohlen, die Liste regelmässig zu kontrollieren.

Wiederholung

Kandidatinnen und Kandidaten, welche die Prüfung das erste Mal nicht bestanden haben, werden frühestens nach einem halben Jahr zur nächsten ordentlichen Prüfung zugelassen. Wird auch die zweite Prüfung nicht bestanden, so wird die Kandidatin oder der Kandidat frühestens nach Ablauf von einem Jahr seit der ersten Prüfung zu einer dritten und letzten Prüfung zugelassen. Diese Regelung gilt sowohl für Personen, die nach PO2017 oder nach R2003 mit ihrer Weiterbildung begonnen haben.

Repetentinnen und Repetenten nach dem bisherigen Reglement vom 25. Juni 2003 über die Durchführung der Berufs- und höheren Fachprüfungen im Elektro- und Telematik-Installationsgewerbe erhalten bis Ende 2023 Gelegenheit zu einer 1. bzw. 2. Wiederholung.

Praktikum

Die Praktikumsausbildung wurde in Zusammenarbeit mit dem VSEK erarbeitet. Sie dient dem Transfer des theoretisch erworbenen Fachwissens bezüglich Prüfung elektrischer Analgen in der Praxis. Die Kandidatinnen und Kandidaten lernen im Zuge der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung die Abläufe und die Notwendigkeit von Schluss-, Abnahme- und periodischen Elektrokontrollen im Alltag kennen.